Alternative Verfahren

Osteopathie

Osteopathie ist eine alternativmedizinische Behandlungsform, die im Gegensatz zur Chiropraktik auch Verbesserungen bei Allgemeinbefinden, Stoffwechsel und sonstigen, nicht unbedingt bewegungsbedingten Störungen erreichen will, wobei die Methoden der Chiropraktik allerdings äußerlich betrachtet ähneln: Die Osteopathie geht davon aus, dass bei einer Störung der Selbstheilungskräfte des Körpers kleine äußere Einflüsse zu großen Beeinträchtigungen des Gesundheitszustandes führen können. Osteopathen versuchen, diese Störungen zu erfühlen und ihnen durch leichte, aber gezielte Einflüsse (wie Druck durch die Hand) entgegen zu wirken.

Die Osteopathie wurde durch den Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917) Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. George V. Webster schrieb 1921: "Osteopathie ist das Wissen um die Struktur, Beziehung und Funktion jedes Teils des menschlichen Körpers angewandt auf die Regulation oder Korrektur all dessen, was die harmonische Funktion stört." Die Funktion des Körpers soll dabei so gestärkt werden, dass die Selbstheilungskräfte zum Tragen kommen.

Geschichte der Osteopathie

Osteopathie ist keine neue Heilmethode. Schon vor Jahrtausenden haben Leute an Knochen-, Gelenk-, Muskel- oder Nervenschmerzen gelitten, und oft wurden sie von einem Heilkundigen gepflegt, durch verschiedene Arten von Massagen. Die ersten Zeichen von einer Handtechnik, die gefunden wurden, stammen aus dem alten Ägypten. Schon im 13. Jahrhundert v. Chr. besuchte man eine Art von Osteopath. In Rom (2. Jahrhundert n. Chr.), im Mittelalter, bis zu unseren Zeiten, immer wurden Handtechniken angewendet, aber nie wurden sie als Medizin anerkannt. Andrew Taylor Still war ein amerikanischer Arzt, der machtlos mitansehen musste wie seine erste Frau und vier seiner Kinder starben, da die damaligen Medizinkenntnisse nicht so gut waren wie heutzutage. Deshalb suchte er nach einem neuen Verständnis von Krankheit und Gesundheit des menschlichen Körpers, und von dem, was ihn heilen konnte. Seine Erkenntnisse bilden das Fundament der osteopathischen Medizin. Man kann nicht sagen, dass Andrew T. Still die Osteopathie geschaffen hat, sondern, dass er sie in den 1870er Jahren des 19. Jahrhundert neu gestaltet hat.

1892 gründete er die erste Osteopathie Schule (American School of Osteopathy) in Kirksville, USA. In dieser Schule lernte man fundamentale Grundwissenschaften, und Stills eigene Theorie der Krankheit und der Gesundheit, und seine selbst gefundene Handtechniken. Nach dem Studium bekam man eine von Andrew T. Still geschaffene Urkunde (D.O.), die klar von der allopatischen unterscheidbar war. Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte die Osteopathie England und in den fünfziger Jahren gelangte sie nach Frankreich. Heutzutage gehört die Osteopathie in den USA und in einigen europäischen Ländern, insbesonders England, Belgien und Frankreich, zu den allgemein anerkannten und bewährten Formen der Medizin. Auch in Deutschland wird die Osteopathie in nächster Zeit als eigenständiger Beruf anerkannt werden.

Akademie für Osteopathie

In Deutschland hat sich die Akademie für Osteopathie e.V die Qualitätssicherung der Osteopathie zum Ziel gesetzt. Auf der Internetseite der Akademie finden sich Informationen zur Osteopathie allgemein, zum Ausbildungsgang und zu anbietenden Schulen. Eine kurze Liste mit internationalen Links ist ebenfalls vorhanden.


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