Heil- & Gewürzpflanzen

Waldmeister

Die Waldmeisterpflanze (Galium odoratum, früher auch Asperula odorata) gehört zu den Rötegewächsen (Rubiaceae), wie der Färberkrapp oder die Kaffeepflanze. Er ist auch unter den Namen Maiblume, Gliedkraut, Gliedegänge und Halskräutlein bekannt.

Beschreibung


Der Waldmeister ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die ein kriechendes Rhizom hat. Er hat einfache, vierkantige Stängel. Die anfangs hellgrünen, später dunkelgrünen, lanzettlichen, am Rande mit feinen Borsten besetzten Blätter stehen zu sechst, oben zu acht in Scheinquirlen.

Die schneeweißen, glockig-sternförmigen Blüten stehen in einem Gipfelstrauß auf dreimal gedrehten Stielen. Die Früchte stellen kleine klettenartige Nüsschen dar. Er blüht im Mai.

Das Verbreitungsgebiet umfasst Mittel-, Ost- und Südeuropa sowie Nordamerika.
Waldmeister wächst in schattigen Wäldern, vorzugsweise in krautreichen Buchen- oder Laubmischwäldern.

Verwendung


Waldmeister wird im Mai und im Juni gesammelt. Er wird vor allem als Gewürz für die Maibowle verwendet. Außer zur Bowle wurde die Pflanze früher zur Aromatisierung von Süßspeisen, wie zum Beispiel Götterspeise, Limonaden, Eis, Likören, Bier (Schuss in Berliner Weiße) und Parfümen verwendet. Kommerziell vertriebene Nahrungsmittel dürfen seit einem Verbot 1981 in Deutschland aufgrund der Toxizität des im Waldmeister enthaltenen Cumarins nur noch künstlich gefärbt und aromatisiert werden.

In der Homöopathie wird die Essenz aus frischem, vor der Blüte gesammeltem Kraut (D1-D2) bei Metritis und Kolpitis innerlich angewendet. In der Volksmedizin findet der Waldmeister als Antispasmodicum, bei Leberleiden und Gelbsucht Verwendung. (G/O)

Im Aberglauben wurde Waldmeister wohl als Mittel gegen dämonische Kräfte verwendet. In Posen wurde Kühen, die nicht fressen wollten, Waldmeister mit etwas Salz gegeben. Hexen ließen sich durch eine Mischung von Waldmeister, Johanneskraut und 'Härtz Bilgen' (mentha pulegium?) vertreiben.

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